Bert Hellingers Buch Die Ordnungen des Helfens von 2003 (gekürzte Studienausgabe 2006) ist nur noch antiquarisch erhältlich. Das ist sehr bedauerlich, handelt es sich doch um ein Grundlagenwerk für die praktische Ausführung des Familienstellens. Hier stelle ich ein Faksimile der ersten Seiten der Studienausgabe zur Verfügung, auf denen Bert Hellinger das Wesentliche kurz umreißt.
Diese Seiten enthalten auch eine kompakte Darstellung, was Hellinger unter Beobachtung, Wahrnehmung, Einsicht, Intuition und Einklang versteht.
Des Rest des Buches sind Fallbeispiele, mit denen er illustriert, wie er gemäß den Ordnungen des Helfens in der Praxis vorgeht.
Dies sind die „Ordnungen des Helfens“, ganz kurz gefasst:
„Die erste Ordnung des Helfens ist, dass man nur das gibt, was man hat. (…) Dieses Helfen ist demütig. Es verzichtet of im Angsicht von Erwartung und Leid auf das Helfen.“
„Die zweite Ordnung des Helfens ist, dass es sich den Umständen fügt und nur so weit eingreift, wie es die Umstände gestatten. Dieses Helfen ist zurückhaltend, es hat Kraft.“
„Die dritte Ordnung des Helfens wäre, dass der Helfer [Therapeut] einem Erwachsenen auch als Erwachsener gegenüber tritt. Damit weist er dessen Versuche, ihn in eine Elternrolle zu drängen [Übertragung & Gegenübertragung] zurück.“ Darin unterscheidet sich das Familienstellen „am tiefgreifendsten von der gängigen Psychotherapie.“
„Das Einfühlen des Helfers muss weniger persönlich, sondern vor allem systemisch sein. Er geht mit dem Klienten keine persönliche Beziehung ein. Dies ist die vierte Ordnung des Helfens.“
„Die fünfte Ordnung des Helfens ist also die Liebe zu jedem Menschen, wie er ist. (…)
Die Unordnung des Helfens wäre hier das Urteil über andere, das ja meistens eine Verurteilung ist, und die damit verbundene moralische Entrüstung. Wer wirklich hilft, urteilt nicht.“
„Um gemäß den Ordnungen des Helfens handeln zu können, bedarf es einer besonderen Wahrnehmung. Was ich hier über diese Ordungen gesagt habe, darf man nicht strikt und methodisch anwenden. Wer das versucht, der denkt statt wahrzunehmen. Er überlegt und greift auf frühere Erfahrungen zurück, anstatt sich der Situation als Ganzes auszusetzten.“